Mittwoch, Juli 12, 2006

Route steht fast fest....

Habe heute den wunderschönen zwangsweise in der Arbeit verbrachten Tag damit verbracht, in OOcalc eine wunderschöne Tabelle zu erstellen, mit der ich mir ganz "easy" meine Route zusammenrechnen kann.

Langsam reift die Idee heran, das Ganze auch als offline-HTML Seite zu generieren und auf nem USB-Stick mitzunehmen, um dann tageweise die Karten und Beschreibungen bei freundlichen Menschen ausdrucken zu lassen. Das wäre dann Pennertourismus im 21. Jhd. ;-)

Mittlerweile steht die Route bis nach Esens hinauf. Und es sollen in 13 reinen Fahrtagen schon an die 1377,5 Km sein. Da es sich hierbei nur um eine grobe Kalkulation handelt sollten meine veranschlagten 40-50 Tage ganz gut hinkommen.

Im lauf der Tage wird die Route komplett ausgearbeitet. Zu jeder grösseren Stadt habe ich mir wichtige Infoseiten, Adressen von Campingplätzen und Aldistandorte in die OOcalc-Datei verlinkt.

Danach werde ich ernährungstechnisch sinnvolle und möglichst günstige Produkte bei besagter Discountkette recherchieren, um meinen Tagesbedarf an Kohle kalkulieren zu können. Danach richtet sich dann im Endeffekt die mir zur Verfügung stehende Zeit.

Und als Zuckerl, ums arbeitslose Gewissen zu beruhigen werde ich mir eine Homepage einrichten, die ich als eine Art Bewerbungsmappe für unterwegs evtl. anzutreffende zukünftige Arbeitgeber verwenden kann. Man weiß ja nie...

Die auf der Karte rot markierten Strecken stehen schon ziemlich sicher fest. Alles Grüne ist entweder eine Variante/Abkürzung oder existiert gar nicht als Radweg.

Radl is in der Mache

"Herr Doktor, Herr Doktor?"
"Ja?"
"Was wird´s denn? Was wird´s denn?"
"Es wird ein Stahlrahmen, junger Mann."

So oder so ähnlich, kann man sich die Überlegungen Vorstellen, die man im Kopf hat, wenn man sich nach einem Fahrradrahmen umschaut. Da die finanziellen Mittel zum Kauf eines Patria Rahmens, nach Körpermass gefertigt, noch ein paar Jährchen auf sich warten lassen, wurde es ein ebay-"schnäppchen" für nen Hunni. Paradoxerweise kommen alleine schon Steuersatz und Innenlager auf ein recht ähnliches Preisniveau.

Aber alles in allem belaufen sich die reinen Materialkosten
auf überschaubare € 500,-

Dazu dann noch meine für mich recht preisgünstige Arbeitskraft, ein verregneter Sonntag, an dem eh keiner Zeit hat und das Ding steht.

Verbaut werden:
Independent "Apache" Stahlrahmen in Aubergine
Meine alten Mavic Laufräder mit LX Naben
Kompletter XT-Antrieb ( 9-fach ), wird beschaltet von LX dual control Hebeln und Schaltwerk
Ritchey Pro Headset, XT-Innenlager und alle übrigen Anbauteile dürften auch von Ritchey in der Comp Qualität sein.
Gepäckträger und evtl. Lowrider müssen noch modifiziert und mit Edelstahladaptern ausgerüstet werden.

Arbeitslos und Spass dabei!

Nachdem ich in nächster Zeit ohne berufliche Verpflichtungen auskommen darf, steht meinem Vorhaben nichts weltbewegendes mehr im Wege.
Neben mir liegt ein Verzeichnis sämtlicher deutscher Radfernwege und im Kopf rumort es schon gewaltig.
Viel zu krass ist mittlerweile das Bedürfnis, sich für eine gewisse Zeit vom Rest der Welt loszusagen. Dies hat weniger mit den Menschen um mich herum zu tun, als vielmehr mit mir selbst.

Nach meiner ersten Tour stellte ich durchaus einen ernsthaften Zugewinn einer gewissen Offen- und Unverkrampftheit fest. Und wenn man die Erfahrung macht, in nur 5 Tagen mehr gereift zu sein als in den letzten zwei Jahren, dann giert man förmlich nach einem längeren "Abenteuer".
Und, dass man nicht nur im Himalaya solche Abenteuer erleben kann, sondern auch in unsrem Land, soll auch gezeigt werden.

Ob es einen ähnlichen Effekt haben wird, als schon geschehen, wird sich zeigen müssen.
Zumindest ist das Erlebnis einer solchen, relativ unabhängigen Reise eine Art Droge, die mindestens so süchtig macht, wie guter Sex...

Geplant ist, die Tour so lang als möglich mit so wenig Geld wie nötig durchzustehen. Deshalb werde ich überwiegend auf Campingplätze verzichten und jegliche Art der Luxusverpflegung aussen vor lassen.
Deutschland auf eine ganz andere, natürliche Art und Weise zu erleben soll absolut im Vordergrund stehen. Natur, Kultur und Geschichte möchte ich nicht nur aus Büchern kennen lernen, sondern direkt er-"fahren".
Wie weit ich kommen werde, ob es tatsächlich bis zur Ostsee und wieder zurück reicht...
Man wird es hier lesen können.